Liebe Freunde der Musik,

das Motto der diesjährigen Badenweiler Frühjahrstage ist kein Druckfehler. Das Instrumentarium des Festivals ist ausgesprochen „vielsaitig“, von der Solovioline beim Eröffnungsabend am 30. April bis zum Streichoktett als krönender Abschluss des Festivals­ am­­­ ­3. Mai: Das macht insgesamt 32 Saiten – plus jene des Hammerflügels, der am 1. Mai seinen Auftritt hat.

Ausgesprochen „vielseitig“ ist unser Artist in Residence, der Geiger Ilya Gringolts, der am liebsten zwei Leben hätte, um sein Instrument und all die Musik, die dafür geschrieben wurde, zu erforschen. Dabei stellt er sich mit größtem Vergnügen auch der Musik unserer Gegenwart und wird beim Duo-Abend mit Kristian Bezuidenhout ein neues Werk für Violine und Hammerflügel des französischen, in Freiburg lehrenden, Komponisten Brice Pauset uraufführen – ein Kompositionsauftrag der Badenweiler Musiktage. Als Solist, Kammermusiker im Duo und als Primarius des Gringolts-Quartetts folgt Ilya Gringolts der Maxime von Gustav Mahler: „Tradition ist Schlamperei.“ Neue, eigene Perspektiven auf die Werke zu finden, eigene Interpretationswege zu gehen – das ist Ilya Gringolts Anliegen. Und er scheut dabei kein Risiko, erwartet auch von seinem Publikum größte Aufgeschlossenheit für seine Werkschau.

Entsprechend „vielseitig“ ist das Programm des Festivals: an vier Tagen ein Gang durch die Musikgeschichte, von der Miniatur bis zum sinfonischen Format, in historisch informierter wie moderner Aufführungspraxis. Neben bekannten Stationen von Bach über Mozart, den diesjährigen Jubilar Ludwig van Beethoven, Arnold Schönberg oder Erich Wolfgang Korngold säumen viele Abstecher in unbekanntes Gelände die Zeitreise. Mit George Enescus genialischem Frühwerk, seinem Oktett op. 7, das erst in jüngster Zeit richtig gewürdigt wird, dürfte das Gringolts-Quartett zusammen mit dem finnischen Quartett Meta4 die Bühne des Kurhauses in Badenweiler zum Vibrieren bringen. Machen Sie sich auf etwas gefasst!

Lotte Thaler – Intendantin